Beispielprojekt von Präsenzo · Stilrichtung „Natürlich" · frei erfundener Betrieb So etwas für meinen Betrieb →
Wirtshaus Kastanie
Das Haus

Seit 1911 dieselbe Familie, seit 2016 dieselbe Frage.

Die Frage lautet: Kann man ein Wirtshaus so führen, dass man jeden Lieferanten beim Vornamen kennt? Die Antwort ist ja, aber sie kostet Auswahl.

Vier Generationen

Was sich geändert hat und was nicht.

1911

Urgroßvater kauft die Wirtschaft mit Landwirtschaft. Beides zusammen war damals normal.

1974

Der Stall wird aufgegeben, das Wirtshaus bleibt. Auf der Karte stehen plötzlich Schnitzel und Pommes.

2016

Übernahme in der vierten Generation. Die Karte wird von 32 auf 8 Gerichte gekürzt, der Acker wieder bestellt.

Geblieben

Die Stube, der Kachelofen, die Kastanie und der Umstand, dass sonntags alle da sind.

Neu

Zwei vegetarische Gerichte auf der festen Karte. Nicht als Zugeständnis, sondern weil der Garten das hergibt.

Nicht geplant

Hotelzimmer, Eventscheune, Catering. Wir sind ein Wirtshaus und wollen keins von beidem halb machen.

Die Höfe

Warum wir ganze Tiere kaufen.

Wer nur Filet bestellt, verschiebt den Rest auf jemand anderen. Wir nehmen vom Hof Maier das ganze Rind ab und kochen daraus, was anfällt — deshalb Schmorbraten, Zunge und Suppenfleisch statt Steak.

Rind2 × im JahrEin ganzes Tier, zerlegt beim Metzger im Ort, portioniert und eingefroren. Daraus entsteht die halbe Karte.
Schweinalle 6 WochenHalbe Tiere vom Hof Brugger. Die Wurst machen wir selbst, sonst bliebe zu viel liegen.
GemüsetäglichAus dem Wirtsgarten und vom Acker. Im Winter aus dem Erdkeller — Kraut, Kartoffeln, Rüben, Zwiebeln.
FischdonnerstagsLebend aus der Fischzucht, im Haus geschlachtet. Freitags ist er weg.
Ehrlich gesagt

Drei Dinge, die manche stören.

Es dauert

Eine Küche mit zwei Leuten und frischen Spätzle ist nicht schnell. Rechnen Sie sonntags mit 30 Minuten.

Wenig Auswahl

Acht Gerichte. Wer für vier Personen bestellt, findet fast immer etwas — wer eine lange Karte erwartet, nicht.

Zwei Ruhetage

Montag und Dienstag zu. Das ist der Preis dafür, dass am Wochenende jemand mit klarem Kopf am Herd steht.

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